Virtuelle Planung
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Ein Automobil speziell für den Transport von Waren – diese bahnbrechende Idee präsentierten 1896 gleich zwei Unternehmen der Öffentlichkeit. Die Benz & Compagnie leitete den „Lieferungs-Wagen“ von ihrem Pkw des Typs Victoria ab und wurde so zum Begründer des leichten Transporters. Die Daimler-Motoren-Gesellschaft hingegen konstruierte den deutlich größeren „Daimler Motor-Lastwagen“ und erfand so den ersten schweren Lkw. Über 130 Jahre hinweg wurden alle Technologien, die diese ersten Nutzfahrzeuge ausmachten, wieder und wieder modernisiert und ergänzt. Und so, wie sich Kerzenschein aus Messinglampen zu Matrix-LED-Scheinwerfern entwickelte, wandelte sich auch die Nutzung der Laderäume enorm.
Während die Sonderausstellung „130 Jahre Nutzfahrzeuge“ im Mercedes-Benz Museum den Fokus auf die historische Entwicklung der Fahrzeuge selbst legt, verdient ein ebenso entscheidender Aspekt nähere Betrachtung: die Evolution von Ladungssicherung und professioneller Fahrzeugeinrichtung.
Noch weit vor Erfindung des Automobils war die effiziente und sichere Nutzung einer Ladefläche eine Handwerkskunst, die vor allem auf Learning by Doing beruhte. „Der Unterricht darin muß practisch seyn, da sich schriftlich nichts darüber sagen läßt (sic)“, beschreibt es 1825 ein Leitfaden für Fuhrleute von Johann Preissler. Prinzipien wie formschlüssige Ladungssicherung waren sicherlich bekannt – aber nicht als Fachbegriffe, sondern als Erfahrungswert.
Auch knapp hundert Jahre später präsentierte sich die Pritsche des Benz 1C noch als sinnbildliche weiße Leinwand: robuste Holzbretter und eine quer darüber gelegte Kette – der Rest unterlag dem Geschick des Lademeisters. Dieser musste noch lange Zeit ohne normierte Gebindegrößen, Zurrschienen, Fahrzeugeinrichtung und dergleichen auskommen. Das Fahrzeug von 1922 repräsentiert die frühe Lkw-Serienproduktion und ist das älteste Exponat der Sonderausstellung.
Wann die erste Fahrzeugeinrichtung im Sinne eines nachträglichen Ausbaus entstand, lässt sich nicht sagen. Sicher ist, dass die Menschen schon immer nach Wegen suchten, sich den Arbeitsalltag zu erleichtern. Die ersten Fahrzeugeinrichtungen waren daher Einzelstücke, die in Eigenkreation oder mit Unterstützung von Tischlern und Möbelschreinern entstanden. Einen Einbau an die geschwungenen Formen des ebenfalls ausgestellten Mercedes-Benz 170 V von 1952 anzupassen, erforderte gewiss handwerkliches Geschick.
Sicherheit ist ein Thema, das in der Geschichte des Automobils lange Zeit wenig Beachtung fand. Schließlich ist das Vorhandensein von Sicherheitsmaßnahmen auch ein Eingeständnis: der Transport birgt Gefahren – ein unangenehmer Gedanke, mit dem potenzielle Kraftwagenkäufer nicht in Berührung kommen sollten. Erst ab den späten 50er Jahren fanden so essenzielle Erfindungen wie die Knautschzone und der Dreipunkt-Gurt Anwendung. Während der Insassenschutz an Bedeutung gewann, bleib die Sicherheit im Laderaum jedoch weiter nebensächlich.
Mit dem Wirtschaftswunder verbreiteten sich Fahrzeugeinrichtungen zusehends in den Fuhrparks von Behörden, Versorgungsunternehmen und großen Serviceorganisationen. Werkseigene Schreinereien und Vertragspartner bauten Servicefahrzeuge im großen Stil und nach strengen Vorgaben aus. Die schweren Sperrholzkonstruktionen ließen dabei jedoch weiterhin wenig Spielraum für Sicherheit und Zuladung. Auch modulare Ansätze, die die Einrichtung flexibel – also vom Formfaktor der Fahrzeuge unabhängig – und leicht reparierbar machten, waren zu dieser Zeit nicht üblich.
Erst ab den 1980er Jahren gewannen Standardisierung und Modularität zunehmend an Bedeutung. Damit entwickelte sich die Fahrzeugeinrichtung schrittweise zu dem System, wie wir es heute kennen. Als Pionier der Branche übertrug die Bott Gruppe in den 1980er Jahren Erfahrungen als Hersteller von Betriebseinrichtungen zunehmend auf den sicherheitsbewussten Ausbau von Nutzfahrzeugen. Weiterhin verbesserungswürdig blieb das Gewicht: Auch wenn der hohe Kraftstoffverbrauch zu jener Zeit eher nebensächlich war, war die Einschränkung bei der Zuladung deutlich zu spüren.
Heute ist die Fahrzeugeinrichtung weit mehr als eine Ansammlung von Schränken, Regalen und Halterungen. Sie ist Teil einer ganzheitlichen Arbeitsumgebung, die Prozesse organisiert, Materialflüsse unterstützt und den Menschen bei seiner täglichen Arbeit entlastet. Moderne Systeme vereinen Leichtbau, Ladungssicherung, Ergonomie und digitale Vernetzung zu einer mobilen Arbeitsplattform.
Wie aktuell und zukunftsweisend dieses Thema ist, zeigt die Sonderausstellung „130 Jahre Nutzfahrzeuge“ eindrucksvoll: Mit dem Mercedes-Benz eVito, dem eSprinter und dem eActros 600 präsentiert sie die jüngste Generation batterieelektrischer Nutzfahrzeuge. Diese Fahrzeuge stehen stellvertretend für die Zukunft des Transports und der Mobilität. Der ausgestellte eVito ist dabei mit einer bott vario3 Fahrzeugeinrichtung ausgestattet und verbindet moderne Antriebstechnik mit einem zeitgemäßen Arbeitsplatzkonzept.
Mit bott vario3 setzt die Bott Gruppe den Weg fort, den sie vor mehr als vier Jahrzehnten eingeschlagen hat. Das System basiert auf einem modularen Aufbau, kombiniert unterschiedliche Werkstoffe und passt sich den Anforderungen verschiedenster Gewerke an. Dabei steht nicht mehr allein die optimale Nutzung des Laderaums im Mittelpunkt. Entscheidend ist zunehmend das Zusammenspiel aller Arbeitsbereiche.
Die Zukunft der Fahrzeugeinrichtung liegt deshalb nicht nur im Fahrzeug selbst, sondern in der intelligenten Verbindung von Betrieb, Fahrzeug und Einsatzort. Arbeitsplätze, Lagerbereiche, Servicefahrzeuge und digitale Prozesse wachsen zunehmend zusammen. Informationen, Werkzeuge und Materialien stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden. So entstehen durchgängige Arbeitsabläufe, die Wege verkürzen, Ressourcen schonen und die Produktivität erhöhen.
Von der einfachen Holzpritsche des Benz 1C bis zur vernetzten Arbeitswelt eines modernen eVito spannt sich damit ein Bogen über mehr als 130 Jahre Nutzfahrzeuggeschichte. Die Anforderungen haben sich verändert, das Ziel jedoch ist dasselbe geblieben: Menschen dabei zu unterstützen, ihre Arbeit effizient, sicher und erfolgreich zu erledigen.
Die Bott Gruppe ist Ihr Ansprechpartner für modernes Arbeiten – ob mit (eventuell älteren) Fahrzeugen oder im Betrieb. Wir helfen Ihnen, Ihr Potenzial auszuschöpfen. Kontaktieren Sie uns für einen Beratungstermin.