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Hochspannungsprüfung

Die Hochspannungsprüfung, häufig auch als Stehspannungsprüfung bezeichnet, ist ein normiertes Verfahren zur Überprüfung der elektrischen Isolationsfestigkeit von Betriebsmitteln, Komponenten und Anlagen. Sie stellt sicher, dass elektrische Systeme auch unter extremen Bedingungen zuverlässig und sicher funktionieren. Ziel ist es, Schwachstellen in der Isolierung frühzeitig zu erkennen, elektrische Durchschläge zu vermeiden und damit Personen und Anlagen zu schützen. Als zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung gewährleistet sie die Einhaltung sicherheitstechnischer Anforderungen und dient der normgerechten Abnahme elektrischer Produkte. 

Ziel und Zweck der Hochspannungsprüfung 

Die Hochspannungsprüfung dient der Überprüfung, ob die Isolation eines elektrischen Prüflings den im Betrieb auftretenden Überspannungen standhält. Dabei sollen Isolationsfehler, Materialmängel oder Montagefehler aufgedeckt werden, bevor es im späteren Einsatz zu Ausfällen oder Gefährdungen kommt. 

Im Einzelnen werden folgende Punkte geprüft: 

  • Spannungsfestigkeit der Isolierung: Durch Anlegen einer deutlich höheren Spannung als im normalen Betrieb wird die Belastbarkeit der Isolierung getestet. 
  • Ableitstromüberwachung: Die Messung des Ableitstroms während der Prüfung zeigt, ob die Isolation elektrische Ströme durchlässt, die über dem zulässigen Grenzwert liegen. 
  • Vermeidung von Durchschlägen: Ein elektrischer Durchschlag gilt als eindeutiges Versagen der Isolierung. 
  • Sicherstellung der Betriebssicherheit: Die Prüfung trägt zur langfristigen Funktionssicherheit und zum Schutz vor Personenschäden bei. 

Typische Prüflinge 

Hochspannungsprüfungen werden bei unterschiedlichsten elektrischen Produkten und Anlagen durchgeführt, insbesondere bei: 

  • Transformatoren 
  • Schaltanlagen und Schaltgeräten 
  • Elektromotoren und Generatoren 
  • Kabeln, Leitungen und Steckverbindern 
  • Isolatoren 
  • Elektronischen Baugruppen und Geräten 

Ablauf einer Hochspannungsprüfung 

Die Durchführung einer Hochspannungsprüfung erfolgt standardisiert und nach festgelegten Sicherheitsprotokollen: 

  1. Vorbereitung: Das zu prüfende Objekt wird spannungsfrei geschaltet und mit dem Prüfgerät verbunden. 
  2. Einstellung der Prüfspannung: Die Höhe der anzulegenden Prüfspannung wird entsprechend der jeweiligen Normvorgaben definiert. 
  3. Durchführung: Die Hochspannung wird für eine vorgegebene Dauer (typischerweise zwischen einigen Sekunden und wenigen Minuten) angelegt. Während dieser Zeit wird der Ableitstrom überwacht. 
  4. Beurteilung: Nach Ende der Prüfzeit wird die Spannung abgeschaltet und anhand der gemessenen Werte festgestellt, ob die Prüfung bestanden wurde. 

Relevante Normen und Regelwerke 

Die Rahmenbedingungen für die Hochspannungsprüfung – insbesondere die Prüfspannung, Dauer und Grenzwerte für den Ableitstrom – sind in verschiedenen nationalen und internationalen Normen festgelegt: 

Norm / Regelwerk Anwendungsbereich 
DIN EN 61180 / VDE 0432-10 Hochspannungsprüfungen an Geräten bis 1 kV Wechsel-/Gleichspannung 
DIN EN 60034-1 Prüfung elektrischer Maschinen (u. a. Stehspannungsprüfung) 
VDE 0113 (DIN EN 60204-1) Sicherheit elektrischer Maschinen, Hochspannungsprüfung im Rahmen der Gesamtprüfung 
IEC 60060 Allgemeine Verfahren der Hochspannungsprüftechnik 
IEC 60270 Teilentladungsprüfung 
DIN-VDE-Normen Branchenspezifische Anforderungen für unterschiedliche Anwendungsfelder 

 

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