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Die Ableitstromprüfung ist ein essenzieller Baustein im Rahmen der elektrischen Sicherheitsprüfung und trägt maßgeblich zum Schutz von Menschen und Geräten bei. Fachgerechte Durchführung und Interpretation der Messergebnisse durch qualifiziertes Personal sind dabei unverzichtbar.
Die Ableitstromprüfung ist ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsbewertung elektrischer Geräte, Baugruppen und Systeme. Sie gewährleistet, dass elektrische Einrichtungen den geltenden Sicherheitsnormen entsprechen und keine Gefahr für Personen oder Sachwerte darstellen. Eingesetzt wird diese Prüfung sowohl im Elektrolabor, an Montagearbeitsplätzen als auch in automatisierten Testsystemen. Hierbei wird überprüft, ob der sogenannte Ableitstrom – also der über Isolation oder Schutzleiter fließende Strom – innerhalb der normativ zulässigen Grenzwerte liegt.
Die Prüfung verfolgt primär drei sicherheitsrelevante Ziele:
Es werden insbesondere zwei Stromarten gemessen:
Die Ableitstromprüfung erfolgt in der Regel nach den Normen DIN VDE 0701-0702 bzw. EN 50699, ergänzt durch spezifische Normen abhängig von Gerätetyp und Einsatzgebiet. Typische Grenzwerte für den Schutzleiterstrom liegen bei 3,5 mA, können jedoch bei bestimmten Gerätegruppen – etwa bei elektrischen Wärmegeräten – auf bis zu 10 mA ansteigen. Für den Berührungsstrom gelten strengere Anforderungen, insbesondere bei Geräten ohne Schutzleiteranschluss.
Der standardisierte Prüfprozess gliedert sich wie folgt:
Vergleich der gemessenen Werte mit den zulässigen Grenzwerten. Wird ein Grenzwert überschritten, deutet dies auf einen sicherheitsrelevanten Mangel hin, der einer technischen Bewertung und gegebenenfalls einer Instandsetzung bedarf.
Ableitstromprüfungen sind für Geräte der Schutzklasse I und II vorgeschrieben, um die Einhaltung der elektrischen Sicherheitsnormen zu gewährleisten. Die Prüfungen unterscheiden sich je nach Schutzklasse und folgen spezifischen VDE-Normen.
1. DIN EN 50678 (VDE 0701): Regelt die Prüfung nach Reparatur oder Änderung von Geräten. Sie definiert Messungen des Schutzleiterwiderstands, Isolationswiderstands und Ableitströme.
2. DIN EN 50699 (VDE 0702): Legt Anforderungen für wiederkehrende Prüfungen fest, einschließlich Sichtprüfung, Schutzleiterwiderstand und Ableitstrommessung.
3. DGUV Vorschrift 3: Verweist auf die DIN VDE 0701-0702 für die Prüfung ortsveränderlicher Geräte und fordert die Dokumentation der Ergebnisse.
| Schutzklasse | Prüfparameter | Norm | Grenzwerte |
| I | Schutzleiterstrom | VDE 0701, VDE 0702 | ≤3,5 mA (bis 10 mA) |
| II | Berührungsstrom | VDE 0701, VDE 0702 | ≤0,25 mA |
Die Prüfung erfolgt mit einem Ableitstromprüfgerät, das den Prüfling unter Nennspannung (+10%) betreibt und alle Betriebszustände berücksichtigt. Überschreitungen der Grenzwerte deuten auf Isolationsfehler, Verschmutzung oder defekte Schutzleiter hin und erfordern eine Nachbesserung.
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