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Schutzleiterwiderstandsmessgeräte

Schutzleiterwiderstandsmessgeräte werden im Bereich von Montagearbeitsplätzen und Prüfsystemen eingesetzt, um die elektrische Sicherheit von Geräten der Schutzklasse I sicherzustellen. Ziel ist die Überprüfung, ob der Schutzleiter (PE) einen ausreichend niedrigen Widerstand aufweist, um im Fehlerfall gefährliche Berührungsspannungen zu verhindern. Diese Messgeräte spielen eine zentrale Rolle in sicherheitskritischen Umgebungen, in denen elektrische Geräte hergestellt, geprüft oder gewartet werden. 

Sicherstellung des Schutzleiterdurchgangs 

Ein Hauptanwendungsbereich dieser Messgeräte ist die Kontrolle des durchgehenden elektrischen Kontakts im Schutzleiter. Dabei wird überprüft, ob Unterbrechungen, Korrosion oder lose Kontaktstellen vorliegen, die im Fehlerfall den Schutzmechanismus beeinträchtigen könnten. Ein intakter Schutzleiter sorgt dafür, dass bei einem Isolationsfehler der Strom nicht über den menschlichen Körper, sondern gezielt zur Erde abgeleitet wird. Somit wird das Risiko eines elektrischen Schlages erheblich reduziert. 

Grenzwertüberprüfung des Schutzleiterwiderstands 

Die Schutzleiterwiderstandsmessung basiert auf definierten Grenzwerten, um einen verlässlichen Schutz zu gewährleisten. Für Leitungen mit einem Querschnitt von 1 mm² und einer Länge von bis zu 5 Metern gilt ein maximal zulässiger Widerstand von 0,3 Ω. Bei längeren Leitungen oder anderen Querschnitten erfolgt eine Anpassung des Grenzwerts, typischerweise durch einen Zuschlag von 0,1 Ω pro zusätzlichen 7,5 Metern Leitungslänge. Diese normativen Vorgaben ermöglichen eine standardisierte Bewertung des Schutzleiterzustands. 

Praxistaugliche Messverfahren 

Für die Durchführung der Messung wird ein Prüfstrom von mindestens 200 mA eingesetzt, wobei in bestimmten Anwendungen auch Ströme bis zu 10 A verwendet werden, um erhöhte Übergangswiderstände zuverlässig zu erkennen. Die sogenannte Vierleitertechnik (Kelvin-Messung) kommt zum Einsatz, um präzise Messergebnisse zu erzielen, unabhängig von der Länge der zu prüfenden Leitung. Zusätzlich wird häufig eine mechanische Bewegung der Leitung während der Messung vorgenommen, um intermittierende Fehler wie Wackelkontakte sichtbar zu machen. 

Relevante Normen und Standards 

Die Schutzleiterwiderstandsmessung ist durch verschiedene nationale und internationale Normen geregelt, die sowohl die Durchführung als auch die Bewertung der Messergebnisse standardisieren. Die wichtigsten Normen in diesem Zusammenhang sind: 

Norm Beschreibung 
DIN VDE 0701-0702 Regelt die Wiederholungsprüfung ortsveränderlicher elektrischer Geräte, inklusive Schutzleiterprüfung. 
DIN VDE 0100-600 Bezieht sich auf die Erstprüfung elektrischer Anlagen und deren Schutzmaßnahmen. 
EN 61557-4 Europäische Norm für Messgeräte zur Prüfung des Schutzleiterwiderstands. 
IEC 60364 Internationale Normenreihe zur Errichtung von Niederspannungsanlagen (Teilweise deckungsgleich mit VDE 0100). 
UL/CSA Standards Gelten insbesondere im nordamerikanischen Raum, z. B. für exportierte oder dort eingesetzte Geräte. 

Anwendung in manuellen und automatisierten Prüfumgebungen 

Schutzleiterwiderstandsmessgeräte finden sowohl in manuellen Prüfprozessen, etwa durch den Einsatz von Prüfsonden, als auch in automatisierten Prüfsystemen Verwendung. In komplexen Testumgebungen werden häufig Matrixschaltungen eingesetzt, um mehrere Prüfstellen effizient und systematisch zu erfassen. Dadurch lassen sich auch vielschichtige Geräte mit zahlreichen Erdverbindungen zuverlässig und zeitsparend auf ihre elektrische Sicherheit hin überprüfen. 

 

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