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Schutzleiterwiderstand

Der Schutzleiterwiderstand bezeichnet den elektrischen Widerstand zwischen dem Schutzkontakt (in der Regel am Netzstecker) und allen berührbaren leitfähigen Teilen eines elektrischen Geräts, die mit dem Schutzleiter verbunden sind. Ein möglichst niedriger Widerstandswert ist sicherheitstechnisch erforderlich, um im Fehlerfall eine zuverlässige Ableitung des Fehlerstroms zur Erde zu ermöglichen. Dies gewährleistet, dass vorgeschaltete Schutzorgane wie Sicherungen oder Fehlerstromschutzschalter auslösen und so gefährliche Berührungsspannungen vermieden werden. Der Schutzleiterwiderstand ist daher ein zentrales Prüfkriterium bei der Sicherheitsüberprüfung elektrischer Geräte und Anlagen. 

Funktion und Bedeutung 

Der Schutzleiter (PE-Leiter, engl. Protective Earth) ist ein integraler Bestandteil des Schutzkonzepts elektrischer Betriebsmittel der Schutzklasse I. Seine Aufgabe ist es, im Fehlerfall – etwa bei einem Körperschluss, bei dem ein aktiver Leiter das Gehäuse berührt – den entstehenden Fehlerstrom sicher und gezielt zur Erde abzuleiten. 

Ein geringer Schutzleiterwiderstand stellt sicher, dass der notwendige Fehlerstrom fließen kann, um eine rasche Abschaltung durch die Sicherung zu ermöglichen. Auf diese Weise wird das Gerät spannungsfrei geschaltet, bevor gefährliche Spannungen am Gehäuse entstehen können. Dies schützt Personen zuverlässig vor elektrischen Schlägen. 

Messung des Schutzleiterwiderstands 

Die Prüfung des Schutzleiterwiderstands erfolgt mit einem definierten Prüfstrom von mindestens 200 mA, oft auch höher. Der Strom wird zwischen dem Schutzkontakt des Steckers und den berührbaren leitfähigen Gehäuseteilen über den Schutzleiter geleitet. 

Während dieser Messung wird der Spannungsabfall erfasst und der Widerstand gemäß dem Ohmschen Gesetz berechnet. Damit lässt sich nachweisen, dass der Schutzleiter durchgängig und niederohmig verbunden ist und weder Unterbrechungen noch unzulässig hohe Übergangswiderstände vorliegen. 

Grenzwerte gemäß Normen 

Die zulässigen Höchstwerte für den Schutzleiterwiderstand sind in der Norm DIN VDE 0701-0702 festgelegt: 

  • Für Geräte mit einer Anschlussleitung bis 5 Meter Länge und einem Nennstrom bis 16 Ampere gilt ein maximaler Widerstand von 0,3 Ohm
  • Bei längeren Leitungen steigt der zulässige Grenzwert entsprechend an – jedoch auf maximal 1 Ohm

Diese Grenzwerte gewährleisten, dass der Schutzleiter auch bei typischen Leitungslängen eine zuverlässige Schutzwirkung entfalten kann. 

Praktische Relevanz 

Die regelmäßige Überprüfung des Schutzleiterwiderstands ist Bestandteil der wiederkehrenden Prüfungen elektrischer Betriebsmittel. Sie trägt maßgeblich zur Betriebssicherheit und zum Personenschutz bei, insbesondere an Montagearbeitsplätzen sowie in automatisierten Prüfsystemen

Durch die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte und die fachgerechte Durchführung der Messungen wird sichergestellt, dass im Fehlerfall keine Gefahr für Anwenderinnen und Anwender besteht. Die Messung erfolgt sowohl bei der Erstinbetriebnahme als auch im Rahmen regelmäßiger Sicherheitsprüfungen gemäß Betriebssicherheitsverordnung und DGUV Vorschrift 3

 

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