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Prozessverriegelung

Die Prozessverriegelung ist eine technische und organisatorische Maßnahme zur Qualitätssicherung in der industriellen Fertigung, insbesondere an Montagearbeitsplätzen und in Prüfsystemen. Sie gewährleistet, dass alle Arbeitsschritte in der vorgesehenen Reihenfolge und nur nach erfolgreicher Prüfung durchgeführt werden. Dadurch werden Fehler vermieden, die Produktqualität gesichert und die Rückverfolgbarkeit aller Prozessschritte ermöglicht. Prozessverriegelungen basieren typischerweise auf digitalen Systemen, die den Ablauf der Fertigung kontrollieren und gezielt steuern. 

Merkmale und Funktionsweise 

Die Prozessverriegelung stützt sich auf vorab definierte Prüf- und Arbeitsabläufe, die für jede Baugruppe und jeden einzelnen Arbeitsschritt festgelegt und überwacht werden. Zu den zentralen Merkmalen gehören: 

  • Schrittweise Prozessfreigabe: Ein nachfolgender Montageschritt ist erst dann möglich, wenn der vorhergehende erfolgreich abgeschlossen und als fehlerfrei quittiert wurde. 
  • Fehlererkennung und Ausschleusung: Fehlerhafte oder unvollständige Teile werden frühzeitig identifiziert. Diese werden entweder zur Nachbearbeitung zurückgeführt oder aus dem Prozess entfernt. 
  • Vermeidung menschlicher Fehler: Die Prozessverriegelung verhindert, dass Prüf- und Kontrollschritte ausgelassen oder falsches Material verbaut wird. 
  • Automatisierte Steuerung: In der Praxis erfolgt die Verriegelung meist automatisiert durch Softwarelösungen wie Manufacturing Execution Systems (MES), die gezielt die Freigabe des nächsten Prozessschritts steuern. 

Zielsetzung 

Die Prozessverriegelung dient mehreren zentralen Zielen zur Sicherstellung einer effizienten und fehlerfreien Produktion: 

  • Fehlervermeidung und Null-Fehler-Produktion: Die gezielte Sperrung und Freigabe von Prozessen führt zu hoher Prozesssicherheit und Produktqualität. 
  • Lückenlose Rückverfolgbarkeit: Jeder einzelne Schritt wird dokumentiert, um im Fehlerfall Ursachen und Verantwortlichkeiten eindeutig ermitteln zu können. 
  • Digitale Unterstützung der Mitarbeitenden: Digitale Werkerführung und Pick-to-Light-Systeme helfen, den Montageprozess sicher zu durchlaufen und Fehlerquellen zu minimieren. 

Praktisches Anwendungsbeispiel 

Ein typischer Fall verdeutlicht die Funktionsweise: An einem Montagearbeitsplatz wird die Bearbeitung eines Teils solange blockiert, bis alle zugehörigen Fertigungs- und Prüfschritte abgeschlossen sind. Dies verhindert, dass defekte oder unvollständige Teile unbemerkt in den nächsten Prozessschritt gelangen. Erst nach erfolgreicher Freigabe durch das System ist eine Weiterbearbeitung möglich, wodurch die Qualität nachhaltig gesichert wird. 

 

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