Virtuelle Planung
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Ergonomie im Umfeld von Montagearbeitsplätzen und Prüfsystemen bezeichnet die gezielte Gestaltung von Arbeitsumgebungen zur Minimierung körperlicher Belastungen und zur Förderung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Sie umfasst adaptive Arbeitsplatzsysteme, ergonomische Greifräume, optimale Umgebungsbedingungen sowie den Einsatz digitaler Assistenzsysteme. Ziel ist es, durch eine ganzheitliche Anpassung der Arbeitsbedingungen an die physischen und psychischen Bedürfnisse der Beschäftigten sowohl das Wohlbefinden als auch die Effizienz und Produktivität zu steigern.
Ein zentraler Bestandteil ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung ist die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Körpergrößen, Arbeitspositionen und Aufgaben. Höhenverstellbare Arbeitsplätze ermöglichen einen flexiblen Wechsel zwischen Sitz- und Stehhaltung, was Rückenproblemen vorbeugt und die Durchblutung fördert. Zudem steigert die aktive Körperhaltung das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Modular aufgebaute Systeme sowie werkzeuglos umrüstbare Komponenten erlauben eine schnelle Anpassung der Arbeitsplätze und Prüfstationen an individuelle Nutzerinnen und Nutzer sowie wechselnde Prozessanforderungen.
Die Anordnung von Werkzeugen, Materialien und Prüfmitteln orientiert sich idealerweise am sogenannten Best-Point-Greifraum. Dieser beschreibt den Bereich, in dem Objekte ohne übermäßige Streck-, Beuge- oder Drehbewegungen erreichbar sind. Die Vermeidung von Zwangshaltungen und das Ermöglichen freier Bewegungsabläufe stehen im Fokus der Planung. Passende Arbeitsflächen und ergonomisch platzierte Ablageorte fördern effizientes und gesundes Arbeiten.
Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz berücksichtigt neben der Möblierung auch die Umgebungsfaktoren. Eine blendfreie, individuell einstellbare Beleuchtung ist ebenso relevant wie Schallschutzmaßnahmen und eine angenehme Klimatisierung. Die Reduktion von Umgebungsgeräuschen unterstützt die Konzentrationsfähigkeit und minimiert psychische Belastungen. In spezialisierten Arbeitsbereichen, wie der Elektronikmontage, kommt zusätzlich dem Schutz vor elektrostatischer Entladung (ESD) eine zentrale Bedeutung zu.
Digitale Assistenzsysteme tragen maßgeblich zur Ergonomie bei, indem sie die Komplexität von Arbeitsprozessen reduzieren. Technologien wie Pick-to-Light-Systeme oder visuelle Werkerführungen erleichtern die Orientierung und verringern Fehlerquellen. Die Integration dieser Systeme in Montage- und Prüfumgebungen unterstützt nicht nur die Mitarbeitenden, sondern steigert auch die Prozesssicherheit. Die logische Anordnung von Prüfgeräten und Materialien ermöglicht einen reibungslosen Ablauf und verhindert unnötige Bewegungen oder Umgriffe.
Die ergonomische Gestaltung technischer Systeme orientiert sich an internationalen Richtlinien, insbesondere an Normen wie der DIN EN 1005-Reihe. Diese definieren Anforderungen bezüglich Körperhaltungen, notwendiger Kraftaufwände, Sicherheit und Risikobewertung. Darüber hinaus bieten Prüf- und Gütesiegel, etwa „Ergonomie geprüft“ durch den TÜV, eine objektive Bewertung ergonomischer Qualität. Solche Zertifizierungen bestätigen, dass Produkte und Arbeitsplätze gesundheitliche Belastungen reduzieren und eine intuitive Nutzung ermöglichen.
Die Ergonomie lässt sich in zwei zentrale Gestaltungsansätze unterteilen: Verhältnisergonomie und Verhaltensergonomie. Die Verhältnisergonomie beschreibt strukturelle Maßnahmen des Unternehmens, wie z. B. den Einsatz von Manipulatoren zum Heben schwerer Lasten oder die Bereitstellung höhenverstellbarer Tische. Die Verhaltensergonomie zielt auf das Verhalten der Mitarbeitenden ab. Durch Schulungen und gezielte Anleitungen werden sie befähigt, ergonomisch sinnvoll zu arbeiten und so gesundheitlichen Belastungen aktiv vorzubeugen.
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