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Blendfreie Ausleuchtung

Unter blendfreier Ausleuchtung bei Arbeitsplatzsystemen im Elektrolabor versteht man eine Beleuchtung, die so gestaltet ist, dass weder direktes noch indirekt reflektiertes Licht die Sicht oder Konzentration der Mitarbeitenden beeinträchtigt. Das Hauptziel besteht darin, störende Blendungen und Reflexionen auf Arbeitsflächen, technischen Geräten oder Monitoren zu vermeiden. Dadurch wird die visuelle Belastung reduziert und ein sicheres, effizientes sowie ermüdungsfreies Arbeiten ermöglicht. 

Anforderungen an die Lichtgestaltung 

1. Optimale Platzierung der Lichtquellen 

Ein zentrales Merkmal blendfreier Ausleuchtung ist die durchdachte Anordnung der Leuchten im Raum. Diese werden so positioniert, dass sie weder direkt in die Augen der Beschäftigten strahlen noch störende Lichtreflexe auf horizontalen oder glänzenden Oberflächen verursachen. Besonders bei feinmotorischen Tätigkeiten und Arbeiten mit empfindlicher Messtechnik ist eine präzise Lichtführung unerlässlich. 

2. Einsatz spezieller Leuchtentechnologien 

Zur Vermeidung von Blendung kommen in der Regel speziell entwickelte Leuchten zum Einsatz. Diese verfügen über matte oder milchige Abdeckungen, mikroprismatische Streuscheiben, Blenden oder Streulichtlinsen. Diese Technologien sorgen für eine gleichmäßige Lichtverteilung und minimieren harte Schatten oder punktuelle Überbelichtung. Auch LED-Leuchten mit hoher Farbwiedergabe (CRI ≥ 80) tragen zur visuellen Ergonomie bei. 

3. Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung 

Ein bewährtes Konzept ist die Nutzung von kombinierten Beleuchtungssystemen, bei denen direkte und indirekte Lichtanteile gezielt eingesetzt werden. Direktes Licht beleuchtet gezielt die Arbeitsfläche, während indirektes Licht über Decke oder Wände reflektiert wird und zur allgemeinen Raumaufhellung beiträgt. Diese Kombination sorgt für eine harmonische Helligkeitsverteilung ohne starke Kontraste oder störende Helligkeitssprünge. 

Einhaltung normativer Vorgaben 

Die Bewertung der Blendfreiheit erfolgt häufig anhand des Unified Glare Rating (UGR), einem international standardisierten Verfahren. Für Bildschirmarbeitsplätze wird gemäß DIN EN 12464-1 ein maximaler UGR-Wert von 19 empfohlen. In besonders sensiblen Arbeitsumgebungen, wie elektrotechnischen Laboren mit Präzisionsgeräten oder Mikroskopie, kommen Systeme mit UGR < 6 zum Einsatz. Diese gelten als besonders augenschonend und ermöglichen dauerhaft konzentriertes Arbeiten. 

Beispiel aus der Praxis 

In modernen Elektrolaboren finden häufig LED-Leuchten Verwendung, die sowohl direkte als auch indirekte Lichtanteile kombinieren. Diese Leuchten sind oftmals dimmbar, verfügen über mikroprismatische Abdeckungen und erreichen UGR-Werte unter 6. Sie bieten eine homogene, reflexionsarme Ausleuchtung, die Reflexionen auf Messinstrumenten, Leiterplatten oder Monitoren wirksam unterbindet. Durch ihre hohe Energieeffizienz und lange Lebensdauer erfüllen sie zugleich wirtschaftliche und ökologische Anforderungen. 

Merkmal Beschreibung 
Lichtquelle LED, flickerfrei, 3000–5000 K 
UGR-Wert < 19 für allgemeine Labore, < 6 für bildschirmnahe Präzisionsarbeit 
Beleuchtungsstärke (Empfehlung) 500–750 lx auf der Arbeitsfläche 
Abdeckung Mikroprismatisch, matt, blendgeschützt 
Beleuchtungsart Kombination aus Direkt- und Indirektlicht 
Dimmfunktion Optional, manuell oder automatisch steuerbar 
Normen DIN EN 12464-1, ASR A3.4, ggf. ISO 8995 

 

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